Kinder- und JugendhilfeAngebote und Leistungen

Sozialpädagogische Familienhilfe (nach § 31 SGB VIII)

Bei der sozialpädagogischen Familienhilfe steht der gesamtsystemische Ansatz unter Einbeziehung jedes einzelnen Familienmitgliedes im Mittelpunkt. Unser interkulturelles Team kann Herausforderungen, die in diesem Zusammenhang auftreten, besonderes begegnen, da es u.a. kulturelle Ausgangsbedingungen berücksichtigt und folglich auf diese Weise zielorientiert Probleme erkennt und löst.

Zielgruppen und Ziele

Unsere Leistungen richten sich an Eltern, Alleinerziehende mit Kindern und an Kinder und Jugendliche in (familiären) Belastungs- und Krisensituationen. Das übergeordnete Ziel ist es Eltern dahingehend zu unterstützen, das Wohl der Kinder sicher zu stellen.

Pädagogische Handlungsfelder Erwachsene

  • Vernachlässigung der Kinder
  • Trennung / Scheidung / Tod des Partners
  • Defizite in der Haushaltsführung
  • Soziale Benachteiligung
  • Gewalt / Suchterkrankungen

Pädagogische Handlungsfelder Kinder/Jugendlicher

  • Perspektivlosigkeit / fehlende Eigenmotivation
  • Aggressivität
  • Emotionaler Rückzug
  • Lernschwierigkeiten
  • Seelische, körperliche und geistige Behinderungen

Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung (nach § 35 SGB VIII)

Im Mittelpunkt der intensiven sozialpädagogischen Einzelbetreuung steht eine 1:1 Betreuung des Symptomträgers unter Einbeziehung der Elternarbeit. Unser fachlich breit aufgestelltes Team ist in der Lage jede für sich neue Situation kompetent zu begleiten.

Zielgruppen und Ziele

Die intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung ist ein Hilfeangebot, das sich an Jugendliche (von 14 bis 18 Jahren) und junge Volljährige richtet, deren Lebenssituation durch schwierige Familienverhältnisse und soziale Benachteiligung gekennzeichnet ist (in Verbindung mit § 41 SGB VIII). Wesentliches Ziel der intensiven sozialpädagogischen Einzelbetreuung ist die altersgerechte Stützung, Förderung und Begleitung der Autonomiebestrebungen eines jungen Menschen, um eine eigenverantwortliche Lebensführung zu ermöglichen.

Pädagogische Handlungsfelder Erwachsene

  • Unterstützung bei der Entwicklung einer schulischen / beruflichen Perspektive
  • Bearbeitung von Konflikten aufgrund von Gewalterfahrungen / Drogenmissbrauch
  • Förderung von sinnvollen Freizeitaktivitäten
  • Strukturierungshilfen bei der Alltagsbewältigung
  • Einbeziehung der Erziehungsberechtigten in die Veränderungsprozesse der Jugendlichen

Stabilisierende Familienhilfe (nach § 31 SGB VIII)

Die stabilisierende Familienhilfe kann als Nachfolge bzw. Ergänzung zur SPFH oder einer anderen ambulanten Hilfe eingesetzt werden. Sie wird i.d.R. angewendet, wenn wenig Veränderungsressourcen in der Familie erkennbar sind, aber eine weitere Alltagsbegleitung erforderlich ist. Der Fokus liegt vor diesem Hintergrund in erster Linie auf der Alltagsbewältigung.

Zielgruppen und Ziele

Die Hilfe richtet sich an Familien jeglicher Nationalität und soll so eingesetzt werden, dass eine Sicherstellung der Grundbedürfnisse von Kindern in Familien garantiert wird. Unser interdisziplinäres Team gewährleistet die Menschen in ihrer eigenen Umgebung zu erreichen und die noch funktionierenden sozialen Zusammenhänge der Lebenswelt durch Aktivierung vorhandener Ressourcen zu stützen sowie durch geeignete Hilfeangebote zu ergänzen.

Pädagogische Handlungsfelder Erwachsene

  • Erarbeitung und Einhaltung von Hygienestandards und Gesundheitsfürsorge
  • Unterstützung bei behördlichen Angelegenheiten und finanziellen Ressourcen
  • Interkulturelle Vermittlung
  • Netzwerkarbeit und Integration der Familie im Stadtteil
  • Aufsuchen der für die Kinder wichtigen Institutionen

Erziehungsbeistand (nach § 30 SGB VIII)

Mit Hilfe des Erziehungsbeistandes sollen Kinder und Jugendliche zu einer selbstverantwortlichen und eigenständigen Lebensführung befähigt werden. Im Fokus des Hilfeprozesses steht die Bewältigung von Entwicklungsproblemen möglichst unter Einbeziehung des sozialen Umfeldes.

Zielgruppen und Ziele

Eine wichtige Voraussetzung für die Einrichtung einer Erziehungsbeistandschaft ist die Bereitwilligkeit und die Fähigkeit der Familie, sich intensiv beraten zu lassen. Im Zentrum des Hilfeangebotes stehen Jugendliche, die in der Lage sind ihren Lebensalltag mit entsprechender Hilfe perspektivisch selbstständig zu organisieren. Des Weiteren implementiert der Erziehungsbeistand Hilfeangebote zur Wiederherstellung tragfähiger Beziehungen innerhalb des Familiensystems.

Pädagogische Handlungsfelder Erwachsene

  • Stärkung der Erziehungsfunktion der Eltern und Familie
  • Aufbau und Stärkung der sozialen Kompetenz
  • (kurzfristige) Begleitung bei einer anstehenden Unterbringung
  • Begleitung und Unterstützung bei der Rückführung
  • Unterstützung und Beratung in entwicklungsbedingten Konflikten

Ambulante Krisenintervention (nach §27 SGB VIII)

Die ambulante Krisenintervention stellt eine Kurzhilfe dar – innerhalb von zwei bis zehn Wochen ist die Erarbeitung von Lösungsansätzen in Kooperation mit Mitarbeitern und der Familie elementar. Diese Hilfe wird bei akuten Problemen in einer Familie eingesetzt, in der eine Kindeswohlgefährdung vorliegt.

Zielgruppen und Ziele

Ziele sind die Fremdunterbringung zu vermeiden, das Kind vor Verwahrlosung zu schützen und seine Sicherheit zu gewährleisten. Zielführend ist die ambulante Krisenintervention nur bei konstanter Mitwirkung eines Sorgeberechtigten. Hierbei schließt die Zielgruppe, Kinder im Alter von 0-18 Jahren ein.

Pädagogische Handlungsfelder Erwachsene

  • Stärkung der Erziehungsbereitschaft eines Elternteils
  • Unterstützung und Beratung in entwicklungsbedingten Konflikten
  • Stärkung des Kindeswohls
  • Interkulturelle Vermittlung
  • Förderung der Kommunikation innerhalb der Familie

Begleiteter Umgang (nach §18 SGB VIII)

Bleibt einem Elternteil bei einer Trennung der Kontakt zum gemeinsamen Kind verwehrt so kann Hilfe in Form von begleitetem Umgang erfolgen. Gemeinsam mit einer dritten unbeteiligten Person wird ein Zusammenkommen ermöglicht. In einem Vorgespräch gehen unsere Mitarbeiter auf individuelle Begebenheiten und Bedürfnisse ein um ein erfolgreichen begleiteten Umgang für alle Parteien zu erzielen. Somit wird eine betreute Zusammenführung von Kind und Elternteil gewährleistet.

Zielgruppen und Ziele

Primär ist der begleitete Umgang eine Hilfe bei der Zusammenführung nach einer Trennung von Elternpaaren. Ziel ist es in einer langfristigen Begleitung die emotionale Bindung von Kindern zu ihren getrennten Elternteilen herzustellen und dauerhaft zu gewährleisten. Auf diese Weise wird nicht nur den Elternteilen geholfen sondern auch die Interessen und das Wohlergehen des Kindes gewahrt und geschützt.

Pädagogische Handlungsfelder Erwachsene

  • Förderung des Kindeswohls und dessen Identitätsentwicklung
  • Wiederherstellung und Entwicklung der emotionalen und sozialen Beziehung
  • Aufbau einer Kommunikationsfähigkeit zwischen den Eltern
  • Stärkung der Bedürfnisse des Kindes
  • Aufbau einer Bindung zwischen des Erziehungsberechtigten